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Karawankentunnel

Mi., 01.04.2026

Zweite Röhre feierlich eröffnet – Meilenstein für Sicherheit und Infrastruktur im Alpenraum.


PROJEKT DES MONATS 04/2026. Mit der erfolgreichen Verkehrsfreigabe der zweiten Röhre des Karawankentunnels am 18. März 2026 wurde eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte im Alpenraum planmäßig abgeschlossen. Das internationale Großprojekt entlang der A11 Karawanken Autobahn stärkt die Verkehrssicherheit zwischen Österreich und Slowenien nachhaltig und setzt neue Maßstäbe im Tunnelbau.

Als langjähriger Partner war FCP Fritsch, Chiari & Partner Ziviltechniker GmbH maßgeblich an der Umsetzung beteiligt und verantwortete seit 2015 mit der zentralen Rolle der Begleitenden Kontrolle.
 

Lage. Steiermark

Auftraggeber. ASFINAG Bau Management GmbH

Leistung. Begleitende Kontrolle

Beteiligte CCs. CC Projektmanagement Infrastruktur

Karawankentunnel © ASFINAG
Karawankentunnel © ASFINAG

Projektüberblick: Karawankentunnel zweite Röhre

Der Karawankentunnel verbindet Österreich und Slowenien als zentraler Grenztunnel und wird gemeinsam von ASFINAG und DARS (SLO) betrieben. Mit dem Neubau einer zweiten Tunnelröhre und der geplanten Sanierung der Bestandsröhre wird die Sicherheit im Verkehr deutlich erhöht und der Tunnelbetrieb langfristig optimiert.

Der Tunnel weist eine Gesamtlänge von 7.948 Metern auf, wovon 4.402 Meter auf österreichischer und 3.546 Meter auf slowenischer Seite liegen. Die Fahrbahnen sind jeweils 3,5 Meter breit ausgeführt und ermöglichen künftig einen sicheren Richtungsverkehr. Die Bauhöhe beträgt 5,15 Meter bei Ausführung mit Zwischendecke und erweitert sich auf 7,79 Meter ohne Zwischendecke.

Ein besonderer Fokus lag auf der sicherheitstechnischen Ausstattung: Insgesamt wurden 36 Notrufnischen, 8 Pannenbuchten, 7 Abstellnischen sowie eine Umkehrnische umgesetzt. Zusätzlich zu modernster Lüftung, Beleuchtung, Verkehrssensorik und Videoanlage werden beide Tunnelröhren mit einer Premium-Sicherheitsausstattung ausgerüstet, die im Fall einer Störung (etwa durch einen Unfall in einer Tunnelröhre) ein Umschalten auf temporären Gegenverkehr innerhalb weniger Minuten ermöglicht. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch Querschläge im Abstand von jeweils weniger als 350 Metern, die im Ernstfall eine rasche Evakuierung ermöglichen.

Für die Belüftung kommt ein kombiniertes System aus Längs- und Querlüftung zum Einsatz, das unter anderem durch 24 Strahlventilatoren unterstützt wird und eine effiziente Rauch- und Luftführung sicherstellt. Eine weitere technische Besonderheit stellt die neu errichtete 344 Meter lange Brücke beim Nordportal dar, die als vorgespanntes Plattenbalkentragwerk auf Einzel-Rundpfeilern ausgeführt wurde.

Ganzheitliche Projektbegleitung über ein Jahrzehnt

FCP war über die gesamte Projektlaufzeit in der zentralen Rolle als Begleitende Kontrolle tätig. Die Expertise aus den Competence Centern Projektmanagement Infrastruktur sowie PM & GP Hochbau ermöglichte eine integrative Kontrolle aller Projektphasen.

Durch diese ganzheitliche Projektbegleitung stellte FCP sicher, dass Kosten, Qualität und Zeitplan jederzeit im Fokus standen – ein entscheidender Erfolgsfaktor bei einem Projekt dieser Größenordnung.

Technische Highlights und Herausforderungen

Der Neubau der zweiten Röhre östlich der Bestandsröhre umfasste neben dem Tunnelbau auch komplexe Ingenieurbauwerke und Sanierungsmaßnahmen. Dazu zählen die Errichtung der neuen Tunnelröhre nach modernsten Sicherheitsstandards, der Bau einer Brücke sowie mehrerer Stützbauwerke im Vorportalbereich Nord und die Sanierung bestehender Ankerwände.

Zusätzlich wurden hochkomplexe Betriebs- und Sicherheitssysteme integriert und ein innovatives Lüftungskonzept umgesetzt. Die Kombination aus Neubau und paralleler Bestandssanierung stellte dabei hohe Anforderungen an Planung, Koordination und Ausführung.

Erfolgreiche Fertigstellung nach über zehn Jahren

Nach mehr als einem Jahrzehnt Projektarbeit und rund sieben Jahren Bauzeit wurde die zweite Tunnelröhre am 18. März 2026 feierlich eröffnet und für den Verkehr freigegeben. Der Abschluss markiert einen wichtigen Schritt für die Verkehrsinfrastruktur im Alpen-Adria-Raum und trägt wesentlich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei.

Nachhaltiger Mehrwert für den europäischen Verkehr

Mit der Fertigstellung der zweiten Röhre wird der Karawankentunnel künftig - nach einer 3-jährigen Sanierung der Bestandsröhre - im Richtungsverkehr betrieben. Die stellt einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion von Unfallrisiken und zur Verbesserung des Verkehrsflusses dar. Gleichzeitig schafft das Projekt die Grundlage für die umfassende Sanierung der Bestandsröhre.

FCP unterstreicht mit diesem Projekt einmal mehr seine Kompetenz in der Umsetzung komplexer Infrastrukturprojekte und seine Rolle als verlässlicher Partner für nachhaltige, sichere und zukunftsorientierte Mobilitätslösungen.