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Projekt des Monats
// 01.09.26

Große Wendlinger Kurve

Bei der Großen Wendlinger Kurve in Baden-Württemberg wird erstmals im Netz der Deutschen Bahn eine unbewehrte Feste Fahrbahn des Systems RHEDA 2000 im Tunnel­bereich eingesetzt. Die Betriebs­erprobung untersucht, ob gezielt angeordnete Kerb­fugen die bisher übliche durch­gehende Längs­bewehrung ersetzen können und welche Potenziale sich daraus für Bau­ablauf, Material­einsatz und Einbau­geschwindigkeit ergeben.

Große Wendlinger Kurve © ARGE-Tunnel-Wendlingen, Alfred Elst
Große Wendlinger Kurve

Neue Bauweise für die Feste Fahrbahn im Tunnel

Seit März 2024 entsteht im Projekt Große Wendlinger Kurve in Wendlingen am Neckar eine Feste Fahrbahn mit einer Besonderheit: Erstmals wird im Netz der Deutschen Bahn im Tunnelbereich eine unbewehrte Feste Fahrbahn des Systems RHEDA 2000 eingesetzt.

Die Planung übernimmt die ARGE Tunnel Wendlingen (Züblin – Max Bögl). FCP ist mit der Planung der Festen Fahrbahn beauftragt. Die Experten des Fachbereichs Eisenbahnwesen rund um Projektleiter Christof Gröstlinger verantworten die Ausführungsplanung, Bestandsplanung, Erstellung des Leistungsverzeichnisses sowie die Erstellung der Unterlagen für die Betriebserprobung.

Kerbfugen statt durchgehender Längsbewehrung

Bei der bisherigen Standardbauweise RHEDA 2000 ist eine durchgehende Längsbewehrung von rund 60 kg Betonstahl pro Laufmeter Fester Fahrbahn vorgesehen. Im Projekt Große Wendlinger Kurve kommt stattdessen ein Konzept lediglich mit gezielt angeordneten bewehrten Kerbfugen zum Einsatz. Der Ansatz wurde aus dem Betonstraßenbau abgeleitet.

Im Rahmen der Betriebserprobung wird untersucht, ob mit dieser Konstruktion auf die bisher übliche durchgehende Längsbewehrung verzichtet werden kann. Dabei stehen insbesondere die Dauerhaftigkeit und das Rissverhalten der Konstruktion unter realen Betriebsbedingungen im Mittelpunkt.

Christof Gröstlinger

Die Große Wendlinger Kurve verbindet eine bewährte Bauweise mit einem weiter­entwickelten Konstruktionsansatz.

Christof Gröstlinger
Projektleiter FCP

Materialeinsatz und Bauablauf im Fokus

Der Verzicht auf die Bewehrung bietet Potenziale für den Materialeinsatz und die Bauausführung. Da der Einbau der Bewehrung bei der unbewehrten Bauweise vollständig entfällt, kann Material eingespart werden. Gleichzeitig werden Möglichkeiten für einen vereinfachten Bauablauf und eine höhere Einbaugeschwindigkeit untersucht.

Die Besonderheit der Lösung liegt auch in ihrer historischen Verbindung zum RHEDA-System: Das ursprüngliche RHEDA-System ist aus dem Betonstraßenbau hervorgegangen. Die unbewehrte Bauweise greift diesen Grundgedanken wieder auf und entwickelt ihn für den Einsatz bei der Festen Fahrbahn weiter.

Betriebserprobung als Grundlage für weitere Optimierungen

Die Betriebserprobung soll zeigen, wie sich die unbewehrte Konstruktion unter realen Betriebsbedingungen verhält. Neben der Dauerhaftigkeit und dem Rissverhalten werden damit auch mögliche Optimierungspotenziale für zukünftige Projekte untersucht.

Insbesondere bei Tunnelbauwerken mit großen Längen könnte die Bauweise Potenzial für eine effizientere Herstellung bieten. Voraussetzung dafür ist, dass die Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Lebensdauer erfüllt werden.

Die Große Wendlinger Kurve verbindet damit eine bewährte Bauweise mit einem weiterentwickelten Konstruktionsansatz“, erklärt FCP-Projektleiter Christof Gröstlinger und ergänzt weiter: „Die unbewehrte Feste Fahrbahn des Systems RHEDA 2000 könnte künftig auch für weitere Projekte relevant sein.

 

Fact-Box

Projekt

Feste Fahrbahn – Große Wendlinger Kurve

Lage

Wendlingen am Neckar, Baden-Württemberg, Deutschland

Leistungen

Ausführungsplanung, Bestandsplanung, Erstellung des Leistungsverzeichnisses, Erstellung der Unterlagen für die Betriebserprobung

Beteiligte CCs

CC Eisenbahnwesen

Konstruktionsansatz

Gezielt angeordnete bewehrte Kerbfugen anstelle der bisher üblichen durchgehenden Längsbewehrung

Besonderheit

Erstmals im Netz der Deutschen Bahn wird eine unbewehrte Feste Fahrbahn des Systems RHEDA 2000 im Tunnelbereich eingesetzt

Ziel der Betriebserprobung

Untersuchung von Dauerhaftigkeit und Rissverhalten unter realen Betriebsbedingungen sowie möglicher Optimierungspotenziale

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